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Stellt man sich ein Farbspektrum als kreisförmige Anordnung vor,
mit einer nach außen hin unendlichen Ausdehnung , so finden sich
dort alle möglichen Mischungsverhältnisse der Primärfarben. Was
aber befindet sich im Zentrum eines solchen "kreisförmigen"
Spektrums? Ein Punkt ohne "Farbe" (achromatic point)? Was
zeichnet einen solchen Punkt aus, welche "Qualitäten" besitzt
er? In einer Zeit, in der Musik wieder nach tonaler Gestaltung
sucht, nicht mehr durch das "Zitieren" oder "Brechen" tradierter
Harmoniebegriffe, sondern durch die (Wieder-) Entdeckung der
"Harmonie" in den Spektren der Ober- und Untertonreihen,
interessierte mich als Komponist dieser "achromatic point", da
er einen Fixpunkt darstellt, Teil jeder denkbaren und hörbaren
Harmonie ist, ja deren "Grund" und "Ursache".
Es entstand aus dieser (zuerst nicht konkreten, sondern
unbewußten) Beschäftigung eine sehr farbliche und rauschhafte
Musik, in der Zentrum eine einfache Melodik schwingt, immer von
einem Ton ausgehend, aber ständig in ihrer "Beleuchtung" sich
verändernd. Diese immer sich variierende "Melodie" durchläuft
alle "Farben" des kreisförmigen Spektrums, nähert sich immer
deutlicher der Mitte an und entwickelt dadurch einen spürbaren
Sog. Daher ist die ohrenfälligste Besonderheit des Stücks seine
Harmonik, die von der Mitte ausgeht (dem achromatic point) und
nicht von einem Baßfundament her - einsinnlich neues
Hörerlebnis. |