Werkbeschreibung


"
Achromatic Point"

Stellt man sich ein Farbspektrum als kreisförmige Anordnung vor, mit einer nach außen hin unendlichen Ausdehnung , so finden sich dort alle möglichen Mischungsverhältnisse der Primärfarben. Was aber befindet sich im Zentrum eines solchen "kreisförmigen" Spektrums? Ein Punkt ohne "Farbe" (achromatic point)? Was zeichnet einen solchen Punkt aus, welche "Qualitäten" besitzt er?

In einer Zeit, in der Musik wieder nach tonaler Gestaltung sucht, nicht mehr durch das "Zitieren" oder "Brechen" tradierter Harmoniebegriffe, sondern durch die (Wieder-) Entdeckung der "Harmonie" in den Spektren der Ober- und Untertonreihen, interessierte mich als Komponist dieser "achromatic point", da er einen Fixpunkt darstellt, Teil jeder denkbaren und hörbaren Harmonie ist, ja deren "Grund" und "Ursache".

Es entstand aus dieser (zuerst nicht konkreten, sondern unbewußten) Beschäftigung eine sehr farbliche und rauschhafte Musik, in der Zentrum eine einfache Melodik schwingt, immer von einem Ton ausgehend, aber ständig in ihrer "Beleuchtung" sich verändernd. Diese immer sich variierende "Melodie" durchläuft alle "Farben" des kreisförmigen Spektrums, nähert sich immer deutlicher der Mitte an und entwickelt dadurch einen spürbaren Sog. Daher ist die ohrenfälligste Besonderheit des Stücks seine Harmonik, die von der Mitte ausgeht (dem achromatic point) und nicht von einem Baßfundament her - einsinnlich neues Hörerlebnis.

 
 

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Stand: 26.07.05